Suchtprävention in Schulen, Berufsschulen, Hochschulen und Universitäten
Hintergrundwissen: Sucht bei Jugendlichen
„Mit dem Begriff Sucht sind nicht nur die Abhängigkeitserkrankungen gemeint, sondern die Gesamtheit von riskanten, missbräuchlichen und abhängigen Verhaltensweisen in Bezug auf Suchtmittel (legale wie illegale) sowie nichtstoffgebundene Verhaltensweisen (wie Glücksspiel und pathologischer Internet gebrauch).“
(Bundesministerium für Gesundheit)
Mögliche Ursachen für Suchterkrankungen sind oft ein Zusammenspiel aus:
Mensch: Lebenskompetenzen / Umgang mit Konflikten, Problemen etc.
Mittel: Verfügbarkeit, Wirkung, Verträglichkeit des Suchtstoffes
Milieu: Soziale Beziehungen, Verfügbarkeit der Droge, Umwelteinflüsse
Stoffgebundene Sucht ist die Abhängigkeit von einer Substanz, die dem Körper zugeführt wird und im Körper wirkt (z. B. Alkohol, Cannabis).
Stoffungebundene Sucht ist die Abhängigkeit bezogen aufbestimmte Verhaltensweisen (z. B. Einkaufen, Onlineverhalten).
Eine Abhängigkeit besteht jedoch nicht direkt bei Konsum der Substanz oder dem grundlegenden Verhalten. Eine Person, die zeitweise Glücksspiel betreibt ist also nicht direkt einer stoffungebundenen Substanzabhängigkeit verfallen. Sondern Substanzabhängigkeit besteht wenn zwei oder mehr dieser Punkte über 12 Monate bestehen (ICD11):
- Beeinträchtigte Kontrolle über den Substanzkonsum
- Physiologische Merkmale (z. B. Entzugserscheinungen)
- Substanzkonsum wird zur Priorität im Leben
Die Sucht entsteht nicht abrupt und als bewusste Entscheidung. Sie entsteht durch die positiven Erfahrungen, die ich mit dem Suchtstoff gemacht habe.
Der Suchtstoff lindert z. B. meine Emotionen, wenn ich keine anderen Ausweg weiß.
Die negativen Folgen erreichen mich erst, wenn die Sucht schon eingetreten ist. Doch dann geht es schon nicht mehr ohne.
Schulumfeld
Suchtprävention in der Verhältnisprävention
Die Gestaltung des Schulumfelds (Verhältnisprävention) mit Blick auf die Suchtprävention etwa in Konzepten der Schulphilosophie und der Schulorganisation ist ein nachhaltiger Weg zur Sicherung der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler.
Erfahren Sie hier mehr über ausgewählte Optionen der Verhältnisprävention:
Konzept
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Beratungslehrkraft Suchtprävention
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Poster/Plakate
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Unterrichtskonzepte
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Projekte
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Aushang mit Beratungsadressen
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Suchtbelastete Familien
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Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler
Suchtprävention in der Verhaltensprävention
Neben der Gestaltung des Schulumfelds (Verhältnisprävention) beinhaltet die Verhaltensprävention Aufklärungsmaßnahmen, Maßnahmen zur Kompetenzförderung und Maßnahmen zur Vermittlung von Bewältigungstechniken. Sie setzt also direkt beim Verhalten der Schüler und Schülerinnen an.
Erfahren Sie hier mehr über ausgewählte Maßnahmen der Verhaltensprävention in der Suchtprävention:
Lebenskompetenzen
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Konfliktfähigkeit
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Wissen und Erprobung
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Arbeitsmaterial für den Unterricht
Die Grundlagen der Sucht können gezielt in der Sekundarstufe II betrachtet werden. In den Unterrichtsmaterialien liegt der Fokus auf den verschiedenen Formen von Sucht, der Selbstreflexion in Bezug auf süchtiges Verhalten, Hilfemöglichkeiten bei Suchterkrankungen und den Folgen von Suchterkrankungen.
Die Unterlagen enthalten:
- einen methodisch-didaktischen Kommentar für die Lehrkraft
- zwei Hintergrundinformationen zum Thema Sucht für die Lehrkraft
- sechs Arbeitsblätter für Gruppenarbeiten
- ein Schaubild
- eine Präsentationsfolie
Für die Berufsschulen eignet sich das Unterrichtskonzept „Frei sein! Leben ohne Sucht“ aus dem Programmjahr 2019/2020 der Präventionskampagne „Jugend will sich-er-leben“. Der Fokus dieses Unterrichtskonzepts liegt auf der Förderung der Risikokompetenz in Bezug auf Sucht und Konsum.
Das Konzept enthält:
- theoretische Grundlagen zur Sucht
- 33 Module für den Unterricht (können individuell kombiniert werden)_
- 13 Module mit dem Schwerpunkt Grundlagen „Konsum, Missbrauch und Sucht“
- 14 Module mit dem Schwerpunkt Sucht und Suchtmittel im Bereich „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“
- 7 Module mit dem Schwerpunkt Suchtprävention und Lebenskompetenzen
- Videos und Animationsfilme
- 11 Arbeitsblätter
Eine wichtige Grundlage der Suchtprävention bilden die Lebenskompetenzen. Nutzen Sie unsere Unterrichtsmaterialien zum Thema Konfliktfähigkeit für die Primarstufe, Sekundarstufe und Berufsschule.
Die Unterrichtseinheit ist für die Sekundarstufe II vorgesehen und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Alkohol auf den Körper. Zusätzlich wird die eigene Risikokompetenz mit den folgenden Fragen in den Fokus gerückt: Wie kann ich „Nein” sagen? Wie kann ich den Konsum im Rahmen halten?
Die Unterlagen enthalten:
- einen methodisch-didaktischen Kommentar für die Lehrkraft
- Hintergrundinformationen zum Thema Alkohol für die Lehrkraft
- acht Arbeitsblätter für Gruppenarbeiten (inklusive fünf Lösungsblätter)
- eine Präsentationsfolie
Ergänzt werden können diese Materialien mit den verschiedenen Medien der Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit!“ der Bundes Zentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Hier enthalten sind altersgerecht aufgearbeitete
- Videos
- Kinospots (YouTube)
- Factsheets
- Broschüren
In dieser Unterrichtseinheit für Berufsschulen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Wirkungen und Gefahren der einzelnen Drogen (z. B. Cannabis, Ecstasy). Zusätzlich wird die Gefahr des Mischkonsums diskutiert.
Die Unterlagen enthalten:
- einen methodisch-didaktischen Kommentar für die Lehrkraft
- Hintergrundinformationen zu Partydrogen für die Lehrkraft
- einen Schülertext mit Informationen zu Partydrogen
- fünf Arbeitsblätter für Gruppenarbeiten (inklusive fünf Lösungsblätter)
- zwei Schaubilder
Unter „Legal Highs” werden vermeintlich legale Drogen oftmals zusammengefasst als Lufterfrischer, Kräutermischungen oder Badesalz angeboten. In dieser Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe II wird über die Wirkungsweise im Nervensystem und die Gefahren aufgeklärt.
Die Unterlagen enthalten:
- einen methodisch-didaktischen Kommentar für die Lehrkraft
- Hintergrundinformationen zu Legal Highs für die Lehrkraft
- eine Präsentationsfolie
- sechs Arbeitsblätter für Gruppenarbeiten
Wie nutze ich das Internet? Was ist Spielsucht? Gibt es eine Onlinesucht? Je nach Altersstufe liegen die Schwerpunkte der Suchtprävention im Bereich der Online- und Spielsucht unterschiedlich. In der Primarstufe liegt der Fokus auf der interaktiven und altersgerechten Vermittlung der Funktionen und Gefahren des Internetgebrauchs. Die Unterrichtseinheit enthält:
- einen methodisch-didaktischen Kommentar für die Lehrkraft
- Hintergrundinformationen für die Lehrkraft
- einen Elternbrief
- einen Forscherpass
- sieben Stationenkarten
- Bildkarten
In der Sekundarstufe I ist das Thema der Spielsucht ein passendes Präventionsthema. Die Schüler und Schülerinnen beschäftigen sich mit den Gefahren der Spielsucht, lernen die Einordnung in kritisches und süchtiges Verhalten und reflektieren ihr eigenes Spielverhalten.
Die Unterrichtseinheit enthält:
- einen methodisch-didaktischen Kommentar für die Lehrkraft
- Hintergrundinformationen zur Spielsucht für die Lehrkraft
- drei Schülertexte
- sechs Arbeitsblätter
- ein Lösungsblatt
Das Thema der Onlinesucht findet auch im Berufsschulalter oder auch der Sekundarstufe II Anwendung. Ähnlich wie bei der Spielsucht beschäftigen sich die Schüler und Schülerinnen mit den Gefahren der digitalen Welt, lernen die Einordnung in kritisches und süchtiges Verhalten und reflektieren ihr eigenes Onlineverhalten. Die Unterrichtseinheit enthält:
- einen methodisch-didaktischen Kommentar für die Lehrkraft
- Hintergrundinformationen zur Onlinesucht für die Lehrkraft
- einen Informationstext für Schüler und Schülerinnen
- ein Schaubild
- vier Arbeitsblätter (mit Lösungsblättern)
Digitale Spiele für den Unterricht:
Weiterführende Links, Literatur und Material
Grundlegende Infos:
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
- Suchtprävention Rheinland-Pfalz
- Bildungsserver Rheinland-Pfalz
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Spezifische Informationen für Jugendliche:
Weitere Informationen
Zur Suchtprävention hält die DGUV-Zeitschrift pluspunkt bereit.
Das Thema Suchtprävention und den Umgang mit bestehenden Süchten im Kollegium beleuchten wir auf unserer Seite zur „Betrieblichen Suchtprävention“.
Unsere Ansprechperson für die Suchtprävention:
Dr. Sarah Ohlert
E-Mail: s.ohlert@ukrlp.de
Telefon: 02632 960-1470