Transportmittel nach Schulunfällen

Im Bereich der Transportkosten nach Schulunfällen ist es in den letzten Jahren zu einer erheblichen Kostensteigerung gekommen. Das hat uns veranlasst, die Ursache der gestiegenen Kosten in diesem Bereich genauer zu betrachten, mit folgendem Ergebnis: Die Kostensteigerung entsteht überwiegend dadurch, dass auch bei leichteren, oberflächlichen Verletzungen regelmäßig ein Transport mit einem Kranken-, Rettungs- oder sogar Notarztwagen (KTW, RTW, NAW) veranlasst wird. Beispiel: Ein Schüler fällt während des Sportunterrichts von der Sprossenwand und zieht sich dabei eine Prellung des rechten Oberschenkels zu. Das Kind wird mit dem Rettungswagen zur ärztlichen Untersuchung gefahren. Den Behandlungskosten von 64,70 € stehen Transportkosten von 1.292,73 € (Transport im Rettungswagen und Notarzteinsatz) gegenüber. Der gleiche Transport mit einem Taxi hätte 5,20 € gekostet.

Fragen

  • Darf die Schule selbst das Transportmittel wählen?
  • Besteht für die Schüler Unfallversicherungsschutz?
  • Besteht für den Lehrer oder Hausmeister oder einen anderen Schüler, der ein Kind zum Arzt fährt, Unfallversicherungsschutz
  • Kann das eigene KFZ benutzt werden?

Antwort

Unfallversicherungsschutz besteht beim Transport zum Arzt sowohl für den Schüler, als auch für die begleitende Person. Beamtete Lehrer haben in gleicher Weise Anspruch auf Dienstunfallfürsorge. Selbst verschuldete Schäden am eigenen PKW können ebenfalls von der Unfallversicherung bzw vom Unfallausgleich übernommen werden, so weit nicht eine Vollkaskoversicherung eintritt.

Bei der überwiegenden Zahl von Schülerunfällen handelt es sich um leichtere Verletzungen. Selbstverständlich ist es unser Anliegen, auch für leichtverletzte Schüler/innen die zeitgerechte bestmögliche medizinische Versorgung sicherzustellen. Aber als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung der öffentlichen Hand verwalten wir Steuergelder und sind gehalten, in besonderem Maße die Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu berücksichtigen.

Zum Vergleich:

  • Einsatzpauschale eines KTW zurzeit 20,18 € zuzüglich 1,23 € je gefahrenen Kilometer
  • Einsatzpauschale eines RTW zurzeit 275,57 € zuzüglich 2,37 € je gefahrenen Kilometer
  • Einsatzpauschale eines NAW zurzeit 346,68 € zuzüglich 2,37 € je gefahrenen Kilometer

Neben dem Kostengesichtspunkt spricht aber noch ein weiteres Argument für die sorgfältige Auswahl eines angemessenen Transportmittels: Die Verfügbarkeit des RTW/NAW für wirkliche Notfälle.

Im Beispielfall stand der RTW sowie der begleitende Notarzt für einen geraumen Zeitraum für den eigentlich notwendigen lebensrettenden Einsatz an einem anderen Ort nicht zur Verfügung.

Denn Rettungs- oder Notarztwagen sowie Notärzte stehen den Rettungsleitstellen nur in sehr begrenzter Anzahl zur Verfügung. Entscheidenden Einfluss auf die Wahl des Transportmittels haben Sie als Lehrer und Lehrerin bzw. Mitarbeiter und Mitarbeiterin des Sekretariates, indem sie im Anruf bei der Rettungsleitstelle den Unfall und die Verletzung genau schildern.

Die nachfolgenden Anhaltspunkte sollen Ihnen bei der Entscheidung helfen, welches Transportmittel im Einzelfall auszuwählen wäre.

Bei Unfällen

  • mit leichteren Verletzungen (z. B. Prellung, Verstauchung, Schürfwunde)
  • wenn keine fachkundige Begleitung erforderlich ist,
  • wenn der Verletzte gehfähig und altersmäßig in der Lage ist, alleine einen Arzt aufzusuchen,

sollte der Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Privat-Pkw oder Taxi veranlasst werden. Sie können in diesen Fällen auch zunächst die Eltern benachrichtigen, die so die Möglichkeit haben, ihr Kind zu einem Arzt ihrer Wahl zu bringen.

Bei Unfällen, die

  • wegen starker Schmerzen zur Ruhigstellung einen Liegendtransport – ohne weitere Notfallversorgung – erforderlich machen,
  • eine Verletzung der inneren Organe verursacht haben (können), eine Verletzung der Wirbelsäule, des Beckens, Brüche im Bereich der Extremitäten vermuten lassen,
  • eine Gehirnerschütterung mit Benommenheit, Bewusstlosigkeit, große oder tiefe Wunden verursacht haben,
  • vorgeschädigte Verletzungsbereiche betreffen, und demnach insgesamt besonderer Beratung und Betreuung durch qualifizierte Sanitäter erfordern,

sollte der Einsatz eines KTW vorgezogen werden, was aber wiederum die Leiststelle entscheidet.

Bei Unfällen, die zur Notfallversorgung zusätzlich ein entsprechend ausgestattetes Fahrzeug erfordern, z. B.

  • zur Lagerung/Schienen von Brüchen der Extremitäten und/oder Gelenk bzw. der Wirbelsäule,
  • zur Stabilisierung des Kreislaufs
  • zur umfassenden Wundversorgung
  • zur Schocktherapie

ist der Einsatz des RTW bzw. des NAW angezeigt.

Wenn Sie auf Grund des Verletzungsbildes begründete Zweifel haben, ob der Einsatz eines Privat-Pkws oder eines Taxis zur Erstvorstellung beim Arzt ausreicht, kann selbstverständlich auch ein „qualifizierteres“ Fahrzeug des Rettungsdienstes gewählt werden. Anhand Ihrer genauen Angaben wird es den Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen der Rettungsleitstellen in diesen Fällen möglich sein, über den sachgerechten Einsatz eines entsprechenden Rettungsteams zu entscheiden.

Hinweis:

Im Bereich der Schülerunfallversicherung gilt die Besonderheit, dass jeder niedergelassene Arzt (auch Facharzt) zur Behandlung unfallverletzter Schüler berechtigt ist. Diesem ist mitzuteilen, dass ein Schulunfall vorliegt. Kommt dieser nach der Erstuntersuchung zu dem Ergebnis, dass eine Behandlungsdauer von mehr als einer Woche zu erwarten ist, wird er den Verletzten einem D-Arzt vorstellen, der dann über das weitere Heilverfahren entscheidet.

Wir hoffen, dass wir mit ihrer Unterstützung die Kosten in nächster Zeit deutlich reduzieren können.

Fahraufträge

durch die Schule können mit dem nachstehenden Formular veranlasst werden. Die Taxiunternehmen sind berechtigt, ihre Kosten unmittelbar mit der Unfallkasse abrechnen.

Hier finden Sie den Taxischein für die Schulen . . .

Kontakt

Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Orensteinstr. 10
56626 Andernach
Telefon: 02632 960-0