Direkt zum Inhalt der Seite springen
Haupt und Nebengebäude der UK RLP, vorne die Anfahrt mit Kreisverkehr zum Wenden. Rechts der Haupteingang mit einem verglasten Vordach, darüber das Unfallkassen-Logo auf der Wand.

Mit Bewegung die Welt begreifen

Jahrestreffen der Bewegungskitas RLP nimmt die Verbindung von Bewegung und Lernen in den Blick

Schmuckbild
Beim Jahrestreffen der Bewegungskitas in Andernach ging es auch ganz praktisch zu.

Wer lernen will, sollte sich bewegen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Das diesjährige Jahrestreffen der Bewegungskitas in Rheinland-Pfalz in den Räumen der Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP) in Andernach stand ganz im Zeichen dieses faszinierenden Zusammenspiels von Körper und Geist. Unter dem zentralen Leitgedanken „Bewegung bewegt Lernen – wie Kinder mit dem Körper die Welt begreifen“ nutzten zahlreiche Erzieherinnen und Erzieher den Tag für Austausch, neue Impulse und praxisnahe Ideen für den bewegten Kita-Alltag.

Das Netzwerk wächst weiter: 185 Kitas sind in Bewegung

Die Bewegungskitas in Rheinland-Pfalz bleiben ein Erfolgsmodell. Wie Janka Heller, Vorsitzende des Vereins Bewegungskindertagesstätte Rheinland-Pfalz, berichtete, sind allein im Jahr 2026 bereits 10 neue Bewegungskitas zum Netzwerk hinzugekommen. Insgesamt tragen damit inzwischen 185 Einrichtungen im Land das begehrte Zertifikat. Iris Feid vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung zeigte sich sichtlich beeindruckt von dieser stetig wachsenden Zahl. In ihrem Grußwort unterstrich sie, wie wichtig es ist, das Engagement als Bewegungskita auch selbstbewusst nach außen sichtbar zu machen.

Dass das Konzept keine Eintagsfliege, sondern gelebte Nachhaltigkeit ist, beweisen die Jubiläen: Beeindruckende acht Kitas sind bereits seit zwei Jahrzehnten – also von Anfang an – mit dabei, weitere neun Einrichtungen feiern ihr zehntes Jubiläum als Bewegungskitas. Passend zum modernen Auftritt des Vereins wies Janka Heller auf die neugestaltete Homepage hin, die als digitale Plattform den Austausch weiter erleichtern soll.

Sicherheit und Bewegung Hand in Hand

Ein Mann mit Mikrofon steht auf einer Bühne und redet. Im Vordergrund einige Menschen auf Stühlen.
Als Gastgeber begrüßte Dr. Christoph Heidrich, Geschäftsführer der UK RLP, die Teilnehmenden.

Als Gastgeber begrüßte Dr. Christoph Heidrich, Geschäftsführer der UK RLP, die Teilnehmenden und schlug eine Brücke zum Thema Sicherheit. Prävention sei ein hohes Gut im Kita-Alltag, stehe aber keineswegs im Widerspruch zur Bewegungsförderung. Die wahre Kunst und tägliche Herausforderung der Fachkräfte liege darin, Regeln, Vorschriften und die Aufsichtspflicht so anzuwenden, dass Kinder dennoch den nötigen Freiraum für aktive Bewegungserfahrungen bekommen.

Einen inspirierenden Vortrag hielt Dr. Marco Wehr. Der Leiter des Philosophischen Labors Tübingen fesselte das Publikum mit seinem Thema „Was Kinder lernen müssen, um lernen zu können“. Wehr beleuchtete die fundamentale Beziehung zwischen Gehirn und Körper. Tenor: Der Körper ist unser wichtigstes Werkzeug, um die Welt zu begreifen. Motorik und kognitive Prozesse sind demnach eng miteinander verbunden. So wird beispielsweise das räumliche 3-D-Sehen im Gehirn erst durch die eigene körperliche Bewegung im Raum richtig aufgebaut, führte Wehr vor Augen. Seine zentrale Botschaft: Körperliche Aktivität schafft wichtige Grundlagen für das Lernen.

Impulse für die Praxis

Spielzeugfiguren stehen aufgereiht nebeneinander.
Beim Workshop „Forschen in Bewegung“ wurde erprobt, wie sich Spielen, Bauen und Sortieren mit Bewegung verbinden lassen.

Am Nachmittag wurde das theoretische Wissen in vier Praxis-Workshops erlebbar gemacht, bei denen die Teilnehmenden kreative Ideen für ihren Kita-Alltag sammeln konnten. Beim Workshop „Die magischen Drei“ ging es um die Theorie und Praxis rund um „Bewegung, Sprache, Lernen“, bei „Forschen in Bewegung“ wurde erprobt, wie sich Spielen, Bauen und Sortieren mit Bewegung verbinden lassen. Gezielte Bewegungsspiele zur Förderung der Selbstkontrolle lernten die Teilnehmenden beim Workshop „Selbstregulation & Konzentration durch Bewegung“ kennen. Im Workshop „Bildungseinrichtung Kita“ konnten sie wiederum erfahren, wie ein bewegungsorientiertes Konzept ganzheitliche Bildungsprozesse aktiv unterstützt.

Zum Hintergrund

Der Verein Bewegungskindertagesstätte Rheinland-Pfalz e. V. wurde gemeinschaftlich von der Deutschen Akademie – Aktionskreis Psychomotorik e. V., der Sportjugend des Landessportbunds Rheinland-Pfalz, den Turnverbänden in Rheinland-Pfalz, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e. V. und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz gegründet. Partner des Vereins sind das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung und die IKK Südwest. Gemeinsames Ziel ist die Förderung der ganzheitlichen kindlichen Entwicklung und der Bildung durch Bewegung in der Kindertagesstätte. 

Um Bewegungskita zu werden, müssen sich die Auswahl der Angebote und Aktivitäten der Kindertageseinrichtung und die Gestaltung der Umgebung nach einer Leitidee richten: Bewegung wird zum Grundprinzip der Erziehung, Bildung und Persönlichkeitsförderung von Kindern. Mehr Informationen zum Verein und dem Konzept der Bewegungskitas gibt es auf der Homepage des Vereins. 

Zurück