BGM trifft Praxis: Nachhaltig, wirksam, gemeinsam
Viel Austausch beim vierten BGM Café der Unfallkasse Rheinland Pfalz
Austausch, Inspiration und ein tiefer Blick in die Praxis – das waren die Zutaten des diesjährigen BGM‑Cafés der Unfallkasse Rheinland‑Pfalz (UK RLP). Bereits zum vierten Mal kamen BGM‑Beauftragte aus Verwaltungen und Betrieben im Land zusammen, um Impulse für ein modernes, wirksames und gemeinschaftlich getragenes Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu erhalten. Das Team Gesundheit, Kultur und Arbeitsfähigkeit (GKA) der UK RLP begrüßte die Teilnehmenden herzlich in den Räumen der Unfallkasse.
Im Mittelpunkt des BGM‑Cafés stand das Motto „BGM trifft Praxis: Nachhaltig – Wirksam – Gemeinsam“. Bevor aber der Blick in die Praxis wanderte, widmete sich die Gruppe zunächst den grundlegenden Begrifflichkeiten: Was bedeutet Nachhaltigkeit im Kontext von Gesundheit und Arbeit? Welche Verantwortung tragen Unternehmen im Sinne der Agenda 2030? Und wie kann BGM selbst nachhaltig gestaltet werden – also langfristig wirksam und im Einklang mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten?
Die von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedete Agenda 2030 mit ihren 17 globalen Zielen bildete dabei einen wichtigen Bezugsrahmen. Viele dieser Ziele – von Gesundheit über Bildung bis hin zu fairer Arbeit – stehen in direktem Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheit im Betrieb. Deutlich wurde: BGM zahlt auf nachhaltige Entwicklung ein. Doch nachhaltiges BGM gelingt nur, wenn Mitarbeitende beteiligt werden und gemeinsam handeln.
Espresso-Meetings: Austausch auf den Punkt gebracht
Bevor die Praxisbeiträge starteten, kamen die Teilnehmenden in kurzen „Espresso‑Meetings“ miteinander ins Gespräch. In jeweils drei Minuten tauschten sie sich zu drei Leitfragen aus: Was läuft im BGM bereits richtig gut? Was war zuletzt besonders herausfordernd? Was möchte ich gerne einmal ausprobieren oder einführen? Der lebendige Austausch zeigte, wie vielfältig die BGM‑Landschaften in den Betrieben sind und dass der Blick über den eigenen Tellerrand lohnend sein kann.
Einblicke aus der ADD und Landesforsten
Integraler Bestandteil des BGM‑Cafés waren die beiden Best‑Practice‑Beiträge aus der Verwaltungspraxis. Dr. Elisabeth Gläßer von der Aufsichts‑ und Dienstleistungsdirektion (ADD) berichtete von der Entwicklung eines gemeinsamen Leitbilds in ihrem Haus. Die ADD war vielen Teilnehmenden bereits aus der früheren Kooperation mit der UK RLP vertraut, in deren Rahmen eine Mitarbeitendenbefragung durchgeführt und Maßnahmen abgeleitet wurden. Der aktuelle Leitbildprozess knüpft daran an.
Im zweiten Praxisbeitrag gab Sabine Najemnik‑Weber von Landesforsten RLP Einblicke in ihre Arbeit. Seit 2019 ist sie als betriebliche Sozialberaterin und BGM‑Verantwortliche tätig und begleitet seit 2022 intensiv den Aufbau eines umfassenden Prozesses zur Gewaltprävention für alle Dienststellen der Forstverwaltung. Mit großem Engagement treibt sie die Weiterentwicklung von Strukturen voran – immer mit dem Ziel, Mitarbeitende zu schützen und Rahmenbedingungen zu verbessern.
Ideenschmiede fördert weiteren Austausch
In der anschließenden Ideenschmiede tauschten sich die Teilnehmenden an moderierten Cafétischen zu drei Leitfragen aus: Nachhaltig – wie kann das gelingen? Wirksam – wie kann das gelingen? Und gemeinsam – wie kann das gelingen? Ein vierter Tisch bot zudem themengebundene Gespräche mit der UK RLP zu aktuellen Schwerpunkten wie pflegenden Angehörigen, Trauma und Gewalt sowie den Formaten MOLA und Ideen‑Treffen. Die Diskussionen an den Tischen zeigten, wie vielfältig die Herausforderungen, aber auch die Lösungsansätze im BGM sind. Ebenso, wie wichtig es ist, voneinander zu lernen.
Wer Interesse an weiteren BGM-Veranstaltungen oder Austauschformaten hat, findet im Seminarangebot der UK RLP Möglichkeiten, das eigene BGM anzustoßen oder weiterzuentwickeln.