Erste Hilfe in Schulen

Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter ist verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe (VV des MBWW vom 2. Dezember 1999). Dazu gehört auch, dass ausreichend Ersthelferinnen und Ersthelfer ausgebildet sind.

Es ist anzustreben, dass alle Lehrkräfte zu Ersthelferinnen und Ersthelfern ausgebildet werden. Darüber hinaus sollen PES-Kräfte und Pädagogische Fachkräfte, Schulsekretärinnen und Schulsekretäre sowie Hausmeisterinnen und Hausmeister, sofern sie in die Erste Hilfe-Organisation der Schule eingebunden sind, ebenfalls qualifiziert sein. Ersthelferin und Ersthelfer ist nur, wer bei einer für die Ausbildung in Erster Hilfe vom Unfallversicherungsträger ermächtigten Stelle ausgebildet worden ist und sich regelmäßig fortbildet.

Um die Erste Hilfe in Schulen in Rheinland-Pfalz sicher zu stellen, stehen folgende Lehrgänge zur Auswahl:

  • Erste Hilfe-Ausbildung
  • Erste Hilfe-Training
  • Erste Hilfe-Training am Langen Nachmittag.

Die Erste Hilfe-Ausbildung umfasst als Grundausbildung 9 Unterrichtseinheiten. Das Erste-Hilfe-Training gilt als Fortbildung und umfasst ebenfalls 9 Unterrichtseinheiten.

Die Erste Hilfe-Ausbildung fokussiert sich auf die Vermittlung der lebensrettenden Maßnahmen und einfacher Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie grundsätzliche Handlungsstrategien.

Das Erste Hilfe-Training ist zielgruppenorientiert ausgerichtet. Hierfür stehen optionale Themen zur Verfügung.

Alternativ zum Ersten Hilfe-Training können Lehrkräfte nach wie vor das Training am Langen Nachmittag (Zeiteinsatz ca. 4 – 4,5 Stunden) durchführen.

Die Inhalte  des Trainings am Langen Nachmittag sind schulspezifisch ausgerichtet. Sie können dem spezifischen Bedarf und Anforderungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Schule angepasst werden.

Sie ermöglichen:

  • die Fortbildungsmaßnahme auf besondere Schwerpunkte zu richten,
  • auf die Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer einzugehen,
  • den Praxisteil durch Gruppenarbeit zu intensivieren.

Die Inhalte sind in einem Leitfaden zusammengefasst. Die erworbene Qualifikation Training an einem Langen Nachmittag ist gleichwertig mit der Qualifikation Erste Hilfe-Training.

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz und die ADD empfehlen für die Durchführung von Erste Hilfe-Fortbildungen einen Drei-Jahres-Rhythmus.

Die Anbieter rechnen unter Vorlage des genehmigten Antrags direkt mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz ab.

Haben Sie Fragen?
Ihre Ansprechpartnerinnen: Susanne Schimanski und Blandine Weiler
Telefon: 02632 960 1650
E-Mail: erstehilfe@spam protectukrlp.de

Ab dem Schuljahr 2018/2019 (Stichtag 01.08.2018) gilt in Absprache mit der ADD das folgende Verfahren: Die Schulen beantragen die Kostenübernahme unter Verwendung des Antragsformulars direkt bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz übernimmt die Kosten der Ersten Hilfe-Ausbildung, des Ersten Hilfe-Trainings und des Trainings am Langen Nachmittag für alle Lehrkräfte, PES-Kräfte und Pädagogische Fachkräfte. Kosten für Schulsekretärinnen und Schulsekretäre sowie Hausmeisterinnen und Hausmeister, sofern sie in die Erste Hilfe-Organisation der Schule eingebunden sind, werden ebenfalls übernommen.

Kosten für Integrationskräfte, Praktikantinnen und Praktikanten, Personen im Freiwilligen Sozialen Jahr, Honorarkräfte, geringfügig Beschäftigte, Personal im Ganztagsbereich, Betreuungskräfte sowie Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter werden nicht übernommen.

Bei der Planung und Organisation von Erster Hilfe-Ausbildung, Erste Hilfe-Training  und des Trainings am Langen Nachmittag ist folgendes zu beachten:

  1. Die Schule beantragt eine Kostenzusage bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.
  2. Die Kostenzusage muss dem Dienstleister des Ersten Hilfe-Lehrgangs ausgehändigt werden, damit dieser mit der Unfallkasse abrechnen kann.
  3. Die Gruppengröße muss mindestens 12 Personen betragen.
  4. Sollten Lehrkräfte mehrerer Schulen gemeinsam an einem Lehrgang teilnehmen, muss für jede teilnehmende Schule ein Kostenübernahmeantrag bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz gestellt werden.
  5. Bei größeren Lehrerkollegien sind mehrere Lehrgangstermine notwendig. Die geplanten Termine sind in einem Antrag auf Kostenübernahme zu vermerken und können maximal auf die Dauer von drei Jahren verteilt werden.

Haben Sie Fragen?
Ihre Ansprechpartnerinnen: Susanne Schimanski und Blandine Weiler
Telefon: 02632 960 1650
E-Mail: erstehilfe@spam protectukrlp.de

Format: PDF . Größe: 45 kB

Die von den Unfallversicherungsträgern ermächtigten Stellen für Erste Hilfe-Ausbildung, Fortbildung/Training bzw. Training am Langen Nachmittag, finden Sie hier . . .

Ermächtigung als Aus- und Fortbildungsstelle

Die Aus- und Fortbildung erfolgt durch sogenannte "ermächtigte" Stellen. Die Ermächtigung wird durch die "Qualitätssicherungsstelle für die Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe" ausgesprochen.

Der Unternehmer ist verpflichtet für eine wirksame Erste Hilfe zu sorgen. Hierfür müssen entsprechend aus- und fortgebildete Ersthelfer in den Betrieben wie auch in den Bildungseinrichtungen zur Verfügung stehen.

Hilfsorganisationen oder auch selbstständige Unternehmen können auf Antrag als "Stelle für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe" ermächtigt werden.

Der Antrag auf Ermächtigung kann an die Qualitätssicherungsstelle (www.bg-qseh.de) gestellt werden. Diese

  • prüft die personellen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Ermächtigung und
  • schließt Vereinbarungen über Art und Umfang der Aus- und Fortbildungsleistungen und die Höhe der Lehrgangsgebühren ab.
  • stellt eine Liste der aktuellen ermächtigten Stellen zur Verfügung.

Ein Erhebungsbogen, entsprechende Informationen sowie die "Grundsätze für die Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe" können Sie im folgenden abrufen.

Borschüre und Erhebungsbogen


Chronisch kranke Kinder und Jugendliche

Wir werden häufig gefragt, ob sich das Aufgabenspektrum der Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher um das Verabreichen von Medikamenten erweitern kann, wenn Kinder und Jugendliche in Schule oder Tagesstätte aufgenommen wurden, die auf eine regelmäßige Medikation angewiesen sind.

Das Verfahren ist meist erwünscht, damit auch chronisch kranke Kinder Teil der Klassen- und Gruppengemeinschaft in Tagesstätte und Schule bleiben.

Da die Medikamentengabe an Kinder und Jugendliche grundsätzlich nicht zu den Aufgaben von Kindertagesstätte und Schule gehört, kann sie nur in gegenseitigem Einvernehmen zwischen Eltern und Erzieherin, Erzieher oder Lehrkraft freiwillig übernommen werden.


Tipps beim Zahnunfall

Zahnunfälle passieren! Bei falscher oder zu später Behandlung verschlechtern sich die Heilungschancen deutlich. Ob Zahnrettungsbox, Kochsalzlösung oder auch H-Milch: wichtig ist das Feuchthalten des Zahnes.

Zahnunfall – Richtiges Verhalten ist entscheidend!

Zahnunfälle können sich überall ereignen: im Kindergarten, in der Schule, im Sportclub, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Jeder Zahnunfall sollte sofort dem Zahnarzt gemeldet werden! Ob eine Behandlung dringend ist oder nicht, kann nur er entscheiden.
Wichtig ist das richtige Verhalten in den ersten Minuten nach einem Zahnunfall, denn bleibende Zähne können sehr oft gerettet werden!
Ein herausgeschlagener Zahn ist bereits nach 30 Minuten tot, wenn er nicht sofort konserviert wird und nur, wie häufig leider erfolgt, im Taschentuch in die Praxis gebracht wird. Eine Replantation kann dann nicht mehr erfolgen.

Generell gilt:

  • Ruhe bewahren und überlegt handeln
  • Bei starker Blutung auf Gaze oder ein Stoff-Taschentuch beißen, äußerlich kühlen
  • Je nach Zahnverletzung wie unten angegeben vorgehen
  • Möglichst rasch den Zahnarzt oder eine Zahnklinik aufsuchen

Sofortmaßnahmen:

Zahn stark gelockert oder verschoben:
Am gelockerten Zahn sollte nicht manipuliert werden; gegebenenfalls nur vorsichtig zusammenbeißen.

Zahn ausgeschlagen oder abgebrochen:

  • Suchen Sie den Zahn, denn er kann erfolgreich wieder eigesetzt werden.
  • Der Zahn darf nur an der Zahnkrone und nicht an der Zahnwurzel angefasst werden, da diese fast vollständig mit lebenden Zellen bedeckt ist.
  • Auch wenn der Zahn verschmutzt ist, darf er auf keinen Fall gereinigt werden.

Transport:

  • Am besten wird der Zahn zum Transport in ein spezielles Nährmedium gelegt, z. B. in die Zahnrettungsbox „Dentosafe“, welche in Drogerien und Apotheken gekauft werden kann.
  • Der Zahn kann auch für kurze Zeit in steriler Kochsalzlösung (gibt es in Apotheken und ist praktisch unbegrenzt haltbar) oder in sterilisierter, kalter Milch (H-Milch) gelagert werden.
  • Notfalls ist der Zahn zum Feuchthalten in Kunststoff-Folie einzuwickeln (z. B. Gefrierbeutel).
  • Für den Transport zur Zahnarztpraxis ist auch ein Aufbewahren unter der Zunge oder in der Backentasche möglich.

Wenig geeignet ist Wasser (die Zellen der Wurzelhaut könnten platzen)! Nie sollte Papier zum Einwickeln verwendet werden!

Kontakt

Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Orensteinstr. 10
56626 Andernach
Telefon: 02632 960-0