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Home sweet Home – Gesunde Arbeitsplatzgestaltung im Homeoffice

Helin Dogan lächelt in die Kamera.

Helin Dogan

Um sicher, motiviert und produktiv arbeiten zu können, braucht es einen passenden Arbeitsplatz. Das gilt fürs Büro ebenso wie fürs Homeoffice. Anders aber als im Büro oder bei strukturierter Telearbeit unterliegt die Arbeitsplatzeinrichtung im Homeoffice häufig anderen Bedingungen. Was zu beachten ist, wie der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin unterstützen kann und mit welchen einfachen Tricks die Arbeit zu Hause erleichtert werden kann, erfahren Sie von Helin Dogan. Die Leiterin des Referates Gesundheit im Betrieb der UK RLP gibt Hinweise und klärt auf.

 

Ein gutes Arbeitsumfeld in heimischer Umgebung zu schaffen, das gestaltet sich oft schwierig. Wie können Beschäftigte sich optimal einrichten?

Helin Dogan: Ergonomie am Arbeitsplatz ist ein Schlüssel zur Lösung. Täglich sitzen wir oft mehrere Stunden am Schreibtisch, Bewegung kommt insbesondere in der dunklen Jahreszeit oft zu kurz. Rückenprobleme, Muskel- und Skeletterkrankungen aufgrund von Fehlhaltungen sind nur einige Probleme, die aus unzureichend ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung entstehen können. Dabei gibt es einfache Tipps, um den persönlichen Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten: Nutzen Sie einen Tisch mit ausreichend Beinfreiheit, um eine verdrehte Körperhaltung zu vermeiden.

Wenn der Tisch nicht höhenverstellbar ist, aber ein höhenverstellbarer Stuhl vorhanden ist, sollte der Sitz so eingestellt werden, dass die Oberarme locker herabhängen und die Unterarme eine waagerechte Linie zur Tastatur bilden. Der Winkel zwischen Ober- und Unterarmen sollte dabei 90 Grad oder etwas mehr betragen. Wenn die Füße dann keinen Bodenkontakt mehr haben, hilft eine Fußstütze oder ein Hocker.

Bei Arbeiten am Laptop sollten so oft wie möglich eine separate Tastatur und Maus und, wenn vorhanden, auch ein separater Bildschirm genutzt werden. Das ermöglicht eine ergonomisch gute Arbeitshaltung und beugt Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich vor.

Der Bildschirm sollte so aufstellt werden, dass sich möglichst keine Fenster oder Lichtquellen darin spiegeln oder ins Gegenlicht geschaut werden muss. Tageslicht kommt am besten von der Seite. Der Abstand zum Bildschirm sollte mindestens 50 cm betragen und der Blick zum Bildschirm leicht geneigt sein. So kann der Nacken entspannen. Jedoch wird sich kaum jemand mit dem Maßband den Arbeitsplatz einrichten. Und selbst wenn, dann bedeutet das nicht unbedingt das keine Beschwerden auftreten werden. Bewegung und Abwechslung hingegen werden heute immer wichtiger.

Grundsätzlich empfiehlt sich für einen gesunden Heimarbeitstag, was auch im Büro hilft: Öfter mal die Körperhaltung ändern und Bewegungspausen machen. Gerade beim Arbeiten von zu Hause bietet es sich an, nicht alles Benötigte mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. So kommt man in Bewegung, um sich einen Kaffee oder Tee zu machen. Auch das Sitzen im Schneidersitz, das Stützen auf den Tisch oder das Zurücklehnen wirkt wohltuend. Zur ergonomischen Position sollte dann wieder zurückgefunden werden. Die Mischung macht’s.

Alle Empfehlungen auf einen Blick.

 

Wie kann die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber unterstützen?

Helin Dogan: Arbeitgebende können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf vielfältige Weise unterstützen. Hinweise zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung können ebenso hilfreich sein wie Tipps zur Nutzung der Arbeitsmittel. Außerdem sollten sie bei der Schaffung von Voraussetzungen Sorge tragen: Regelungen zu Erreichbarkeit, Arbeitszeiten und Arbeitspausen bringen Klarheit. Weiterhin können Arbeitgebende im Rahmen der technischen Bedingungen ihre Unterstützung anbieten. Grundsätzlich entbindet Homeoffice Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nicht von der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung für diesen Bereich.

Genaueres stellt die DGUV-Branchenregel 115-401 ab Seite 60 dar.

 

 

 

Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hat nun ein Check Up für das Homeoffice entwickelt. Die Checkliste gibt Beschäftigten konkrete Gestaltungsempfehlungen und kann von Arbeitgebenden als Unterstützung bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen genutzt werden.

Die Kurzform CHECK UP Homeoffice präsentiert die Bedingungen auf einen Blick.

Die Langform CHECK UP Homeoffice beinhaltet Erläuterungen und weiterführende Links.