„Tea(m) Time“ hilft Pflegenden im Umgang mit hoher Arbeitsbelastung

Sie stellten in Andernach das Konzept Tea(m) Time (v. l.): Arbeits-Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm, Sigrun Lauermann, Leiterin der Rhein-Mosel-Akademie des Landeskrankenhauses, André Hennig Projektleiter, Milandin Lajic, Teilnehmer, Dr. Christoph Heidrich, Abteilungsleiter Prävention der Unfallkasse, und Teilnehmer Manfred Rink.

Landeskrankenhaus (AöR) entwickelt Projekt „Tea(m) Time“ in Kooperation mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz – Arbeitsministerium fördert Ausweitung  

Die Arbeitsbelastung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Krankenhäusern ist sehr hoch. Besonders Pflegende sind betroffen und auch hohem psychischen Druck ausgesetzt. Um derartige Belastungen am Arbeitsplatz zu erfassen und um sie einzudämmen, hat das Landeskrankenhaus (AöR) in Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz das Konzept Tea(m) Time entwickelt. Das bereits von der DAK ausgezeichnete Projekt, das an mehreren Standorten des Landeskrankenhauses erfolgreich im Einsatz ist, soll dank der Unterstützung des rheinland-pfälzischen Arbeitsministeriums nun auch Pflegenden an anderen Krankenhäusern im Bundesland zugutekommen.

"Psychische Belastungen angemessen berücksichtigen"
Damit haben Pflegeteams in Krankenhäusern aus Rheinland-Pfalz die Möglichkeit, das Konzept und die Methode Tea(m)Time anzuwenden und in die Praxis zu implementieren. 
Bei der Kick-Off-Veranstaltung zum Projekt im Konferenzzentrum der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach sagte Arbeits- und Gesundheits-Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm: „Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in den Pflegeberufen, ist es wichtig, dass Beschäftigte in Krankenhäusern langfristig und gesund in ihren Berufen arbeiten können. Um passgenaue Maßnahmen einsetzen zu können, die eine nachhaltige Gestaltung gesunder und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zum Ziel haben, ist es grundlegend, dass arbeitsbedingte Belastungen umfassend erkannt und beurteilt werden und die Gefährdungsbeurteilung vollständig ist, also auch die psychischen Belastungen angemessen berücksichtigt.“ 

Pilotphase an sechs Standorten
Insgesamt 20 Teams an sechs Standorten des Landeskrankenhauses nahmen in der Pilotphase am Projekt teil. 80 Prozent der Mitarbeiter bewerten die gemeinsame „Auszeit“ als nützlich und vor allem als wirksam im Hinblick auf die Zusammenarbeit untereinander und das damit oft verbundene eigene Wohlbefinden am Arbeitsplatz. „Mit der Methode Tea(m)Time haben wir ein innovatives Konzept entwickelt, das einerseits langfristig die Gesunderhaltung von Pflegeteams fördert und anderseits psychischen Belastungen am Arbeitsplatz erfasst“, so Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses. Somit werde Tea(m)Time den Anforderungen des Arbeitsschutzes gerecht und leiste einen sehr guten Beitrag zur Gesundheitsförderung. 
In der Praxis bedeutet Tea(m) Time, dass Mitarbeiter eines Teams sich verbindlich alle drei bis vier Wochen für 30 bis 45 Minuten ihrer Gesundheit und ihrer Arbeitsbelastung zuwenden.

Rahmen zur dauerhaften Kommunikation
Der Vorgesetzte agiert als Moderator und unterstützt das Team einerseits darin, konkrete arbeitsbedingte Belastungen zu identifizieren sowie andererseits selbst Lösungen zu erarbeiten. Tea(m) Time stellt so einen Rahmen zur dauerhaften Kommunikation zur Verfügung, in dem Teilhabe, Mitentscheiden und damit auch Selbstwirksamkeit in Hinblick auf die Gestaltung der eigenen konkreten Arbeitsbedingungen zu Erfahrungen der Mitarbeiter werden. Über die Tea(m)Times werden die psychischen, aber auch physischen Belastungen der Mitarbeiter stetig abgebildet, dokumentiert und „nach oben“ kommuniziert. 

"Gutes Beispiel, von dem andere profitieren können"
„Aus Sicht der Unfallkasse Rheinland-Pfalz ist die Tea(m) Time des Landeskrankenhauses ein vorbildliches Verfahren für die Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung“, sagte Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. „Mitarbeitende tauschen sich in regelmäßigen Workshops über die Belastungen am Arbeitsplatz aus und erarbeiten gemeinsam Lösungsansätze. Damit werden zugleich organisationsbezogene Ziele verfolgt, wie etwa Beteiligung der Mitarbeitenden und die Förderung von Sicherheit und Gesundheit. Dies sind wichtige Beiträge im Sinne einer guten Unternehmenskultur und auch der Präventionskampagne kommitmensch der gesetzlichen Unfallversicherung. Ein gutes Beispiel, von dem auch andere profitieren können“, betonte Breitbach.

 

 

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