Erste Hilfe in Kitas und in Schulen

Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte sind verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Relevante Informationen finden Sie in diesem Bereich. Zum Beispiel, was bei einem Notfall in Schule oder Kindertageseinrichtung zu beachten ist oder wie die Erste Hilfe in Bildungseinrichtungen zu organisieren ist. 


Erste Hilfe in Kitas

In Kitas sollte mindestens eine Ersthelferin bzw. ein Ersthelfer je Kindergruppe zur Verfügung stehen. Noch besser ist es: Jede Erzieherin und jeder Erzieher sollte Ersthelferin bzw. Ersthelfer sein.

Die DGUV-Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" regelt die Zahl und die Ausbildung der Ersthelferinnen und Ersthelfer. In Kitas sollte mindestens eine Ersthelferin oder ein Ersthelfer je Kindergruppe zur Verfügung stehen.

Noch besser ist es: Jede Erzieherin und jeder Erzieher sollte Ersthelferin bzw. Ersthelfer sein. Die Ausbildung ist für die Erziehungskräfte kostenfrei.

Die anfallenden Kosten werden von dem zuständigen Unfallversicherungsträger übernommen. Ersthelferin bzw. Ersthelfer ist nur, wer bei einer für die Ausbildung in Erster Hilfe vom Unfallversicherungsträger ermächtigten Stelle ausgebildet worden ist und sich regelmäßig fortbildet.

 

Ab 01.04.2015 erfolgt eine grundlegende Änderung der Aus- und Fortbildung für betriebliche Ersthelfer.

Die Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung im Betrieb umfasste bis 31.03.2015 eine Grundausbildung im Umfang von 16 Unterrichtseinheiten und eine Erste-Hilfe-Fortbildung/Training von 8 Unterrichtseinheiten.

Ab 01.04.2015 wird die Erste-Hilfe-Ausbildung auf 9 Unterrichtseinheiten gestrafft.

Die Erste-Hilfe-Fortbildung/Training wird auf 9 Unterrichtseinheiten ausgeweitet und hat in angemessenen Zeiträumen zu erfolgen, in der Regel in Zeitabständen von zwei Jahren.

Die Erste-Hilfe-Ausbildung fokussiert sich zukünftig auf die Vermittlung der lebensrettenden Maßnahmen und einfacher Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie grundsätzliche Handlungsstrategien.

Die Erste-Hilfe-Fortbildung/Training ist deutlich zielgruppenorientierter gestaltet. Hierfür stehen optionale Themen zur Verfügung, die anhand des spezifischen Bedarfs bzw. der Anforderungen der Teilnehmerinnen oder Teilnehmer oder der Kita ausgewählt werden können.

Da die Erste-Hilfe-Fortbildung/Training die spezifischen Maßnahmen für Kinder abdeckt, werden Lehrgangskosten für den Kurs „Erste-Hilfe-am-Kind“ von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz ab sofort nicht mehr übernommen.

 

Die ausbildenden Organisationen rechnen die Kosten unmittelbar mit dem zuständigen Unfallversicherungsträger ab. Es ist empfehlenswert vor Lehrgangsbeginn, beim Unfallversicherungsträger eine Kostenzusage einzuholen.

Auskunft erteilt: Susanne Schimanski, Tel.: 02632 960-3300


Erste Hilfe in Schulen

Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter ist verantwortlich für die Organisation einer wirksamen Ersten Hilfe (VV des MBWW vom 2. Dezember 1999). Dazu gehört auch, dass ausreichend Ersthelfer(innen) ausgebildet sind.

Es ist anzustreben, dass alle Lehrkräfte zu Ersthelfern ausgebildet werden. Darüber hinaus sollen Hausmeister und Schulverwaltungskräfte - sofern sie in die Organisation der Ersten Hilfe eingebunden sind - ebenfalls ausgebildet werden. Ersthelferin und Ersthelfer ist nur, wer bei einer für die Ausbildung in Erster Hilfe vom Unfallversicherungsträger ermächtigten Stelle ausgebildet worden ist und sich regelmäßig fortbildet.

Ab 01.04.2015 erfolgt eine grundlegende Änderung der Aus- und Fortbildung für betriebliche Ersthelfer. Die Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung im Betrieb umfasste bis 31.03.2015 eine Grundausbildung im Umfang von 16 Unterrichtseinheiten und eine Erste-Hilfe-Fortbildung/Training von 8 Unterrichtseinheiten. Alternativ zur Ersten-Hilfe-Fortbildung/Training konnten Lehrkräfte das Training am „Langen Nachmittag“ durchführen.

Ab 01.04.2015 wird die Erste-Hilfe-Ausbildung auf 9 Unterrichtseinheiten gestrafft. Die Erste-Hilfe-Fortbildung/Training wird auf 9 Unterrichtseinheiten ausgeweitet und hat in angemessenen Zeiträumen zu erfolgen.

Die Erste-Hilfe-Ausbildung fokussiert sich zukünftig auf die Vermittlung der lebensrettenden Maßnahmen und einfacher Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie grundsätzliche Handlungs-strategien.

Die Erste-Hilfe-Fortbildung/Training ist deutlich zielgruppenorientierter gestaltet. Hierfür stehen optionale Themen zur Verfügung, die anhand des spezifischen Bedarfs bzw. der Anforderungen der Teilnehmer/innen/Unternehmen ausgewählt werden können.

Alternativ zur Ersten-Hilfe-Fortbildung/Training können Lehrkräfte nach wie vor das Training am „Langen Nachmittag“ durchführen.

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz und die Schulaufsicht empfehlen Lehrkräften für die Durchführung eines Erste-Hilfe-Lehrgangs bzw. einer Auffrischung einen Drei-Jahres-Rhythmus.

In einem gemeinsamen Projekt der Unfallkasse Rheinland-Pfalz mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wurde das bisherige Erste-Hilfe-Training modifiziert und zu einem „Langen Nachmittag“ verdichtet.

Alle Schulen in Rheinland-Pfalz haben nun die Möglichkeit, die Fortbildung des Lehrerkollegiums an einem „Langen Nachmittag“ (Zeiteinsatz ca. 4-4,5 Zeitstunden) alternativ zum Erste-Hilfe-Training durchzuführen.

Die Inhalte der Ausbildung sind in einem Leitfaden zusammengefasst und ermöglichen,

  • die Fortbildungsmaßnahme auf besondere Schwerpunkte zu richten,
  • auf die Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer einzugehen,
  • den Praxisteil durch Gruppenarbeit zu intensivieren.

Die erworbene Qualifikation ist für die Lehrkräfte gleichwertig mit dem bisherigen Zertifikat für das Erste-Hilfe-Training.

Vor Absolvieren des Erste-Hilfe-Kurses ist beim zuständigen Schulsportreferat eine Durchführungsgenehmigung mit Kostenübernahme-Zusage zu beantragen.

Ansprechpersonen:
ADD Trier
Birgit Feilen

Willy-Brandt-Platz 3
54290 Trier
Telefon: 0651 9494-324
E-Mail: birgit.feilen@spam protectadd.rlp.de

ADD Neustadt
Rudolf Storck

Friedrich-Ebertstraße 14
67433 Neustadt
Telefon: 06321 99-2378
E-Mail: rudolf.storck@spam protectaddnw.rlp.de

ADD Koblenz
Stefan Kölsch

Ferdinand-Sauerbruch-Straße 17-19
56078 Koblenz
Telefon: 0261 4932-39530
E-Mail: stefan.koelsch@spam protectadd.rlp.de

Die Anbieter rechnen direkt mit der Unfallkasse ab. Die derzeitig geltenden Gebührensätze belaufen sich:
vom 01.08.2016 bis 31.07.2017 auf

14,86 € für den langen Nachmittag
24,74 € für die EH-Grundausbildung der Lehrkräfte.

vom 01.08.2017 bis 31.07.2018
15,23 € für das EH-Training (langer Nachmittag)
25,35 € für die EH-Ausbildung der Lehrkräfte

Haben Sie Fragen?Ihre Ansprechpartnerin: Susanne Schimanski, Telefon: 02632 960-3300

Erste Hilfe in Schulen 202-059 (bisher GUV-SI 8065)

Erste Hilfe in Schulen 202-059 (bisher GUV-SI 8065)

Format: PDF . Größe: 0.9 MB
Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen 202-089 (bisher GUV-SI 8066)

Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen 202-089 (bisher GUV-SI 8066)

Format: PDF . Größe: 415 kB
Giftpflanzen 202-023 (bisher GUV-SI 8018)

Giftpflanzen 202-023 (bisher GUV-SI 8018)

Format: PDF . Größe: 2.5 MB
Verbandbuch 204-020 (bisher GUV-I 511-1)

Verbandbuch 204-020 (bisher GUV-I 511-1)

Format: PDF . Größe: 176 kB
Plakat: "Erst-Hilfe" 204-001 (bisher GUV-I 510-1)

Plakat: "Erst-Hilfe" 204-001 (bisher GUV-I 510-1)

Format: PDF . Größe: 0.9 MB
Informationen zum Verbandkasten

Informationen zum Verbandkasten

Format: PDF . Größe: 210 kB
Umgang mit Zecken bei Kindern und Jugendlichen

Umgang mit Zecken bei Kindern und Jugendlichen

Format: PDF . Größe: 150 kB
Anleitung zur Ersten Hilfe 204-006 (bisher GUV-I 503)

Anleitung zur Ersten Hilfe 204-006 (bisher GUV-I 503)

Format: PDF . Größe: 2.4 MB

Ermächtigung als Aus- und Fortbildungsstelle

Die Aus- und Fortbildung erfolgt durch sogenannte "ermächtigte" Stellen. Die Ermächtigung wird durch die "Qualitätssicherungsstelle für die Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe" ausgesprochen. 

 

Der Unternehmer ist verpflichtet für eine wirksame Erste Hilfe zu sorgen. Hierfür müssen entsprechend aus- und fortgebildete Ersthelfer in den Betrieben wie auch in den Bildungseinrichtungen zur Verfügung stehen.

Hilfsorganisationen oder auch selbstständige Unternehmen können auf Antrag als "Stelle für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe" ermächtigt werden.

Der Antrag auf Ermächtigung kann an die Qualitätssicherungsstelle (www.bg-qseh.de) gestellt werden. Diese

  • prüft die personellen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Ermächtigung und
  • schließt Vereinbarungen über Art und Umfang der Aus- und Fortbildungsleistungen und die Höhe der Lehrgangsgebühren ab.
  • stellt eine Liste der aktuellen ermächtigten Stellen zur Verfügung.

Ein Erhebungsbogen, entsprechende Informationen sowie die "Grundsätze für die Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe" können Sie im folgenden abrufen.

Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe

Ermächtigung von Stellen für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe

Format: PDF . Größe: 445 kB
Erhebungsbogen zur Beantragung der Ermächtigung

Erhebungsbogen zur Beantragung der Ermächtigung

Format: PDF . Größe: 2.2 MB

Chronisch kranke Kinder und Jugendliche

Wir werden häufig gefragt, ob sich das Aufgabenspektrum der Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher um das Verabreichen von Medikamenten erweitern kann, wenn Kinder und Jugendliche in Schule oder Tagesstätte aufgenommen wurden, die auf eine regelmäßige Medikation angewiesen sind.

Das Verfahren ist meist erwünscht, damit auch chronisch kranke Kinder Teil der Klassen- und Gruppengemeinschaft in Tagesstätte und Schule bleiben.

Da die Medikamentengabe an Kinder und Jugendliche grundsätzlich nicht zu den Aufgaben von Kindertagesstätte und Schule gehört, kann sie nur in gegenseitigem Einvernehmen zwischen Eltern und Erzieherin, Erzieher oder Lehrkraft freiwillig übernommen werden.


Tipps beim Zahnunfall

Zahnunfälle passieren! Bei falscher oder zu später Behandlung verschlechtern sich die Heilungschancen deutlich. Ob Zahnrettungsbox, Kochsalzlösung oder auch H-Milch: wichtig ist das Feuchthalten des Zahnes.

Zahnunfall – Richtiges Verhalten ist entscheidend!

Zahnunfälle können sich überall ereignen: im Kindergarten, in der Schule, im Sportclub, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Jeder Zahnunfall sollte sofort dem Zahnarzt gemeldet werden! Ob eine Behandlung dringend ist oder nicht, kann nur er entscheiden.
Wichtig ist das richtige Verhalten in den ersten Minuten nach einem Zahnunfall, denn bleibende Zähne können sehr oft gerettet werden!
Ein herausgeschlagener Zahn ist bereits nach 30 Minuten tot, wenn er nicht sofort konserviert wird und nur, wie häufig leider erfolgt, im Taschentuch in die Praxis gebracht wird. Eine Replantation kann dann nicht mehr erfolgen.

Was können und müssen Sie tun?

Generell gilt:

  • Ruhe bewahren und überlegt handeln
  • Bei starker Blutung auf Gaze oder ein Stoff-Taschentuch beißen, äußerlich kühlen
  • Je nach Zahnverletzung wie unten angegeben vorgehen
  • Möglichst rasch den Zahnarzt oder eine Zahnklinik aufsuchen

Sofortmaßnahmen:

Zahn stark gelockert oder verschoben:
Am gelockerten Zahn sollte nicht manipuliert werden; gegebenenfalls nur vorsichtig zusammenbeißen.

Zahn ausgeschlagen oder abgebrochen:

  • Suchen Sie den Zahn, denn er kann erfolgreich wieder eigesetzt werden.
  • Der Zahn darf nur an der Zahnkrone und nicht an der Zahnwurzel angefasst werden, da diese fast vollständig mit lebenden Zellen bedeckt ist.
  • Auch wenn der Zahn verschmutzt ist, darf er auf keinen Fall gereinigt werden.

Transport:

  • Am besten wird der Zahn zum Transport in ein spezielles Nährmedium gelegt, z. B. in die Zahnrettungsbox „Dentosafe“, welche in Drogerien und Apotheken gekauft werden kann.
  • Der Zahn kann auch für kurze Zeit in steriler Kochsalzlösung (gibt es in Apotheken und ist praktisch unbegrenzt haltbar) oder in sterilisierter, kalter Milch (H-Milch) gelagert werden.
  • Notfalls ist der Zahn zum Feuchthalten in Kunststoff-Folie einzuwickeln (z. B. Gefrierbeutel).
  • Für den Transport zur Zahnarztpraxis ist auch ein Aufbewahren unter der Zunge oder in der Backentasche möglich.

Wenig geeignet ist Wasser (die Zellen der Wurzelhaut könnten platzen)! Nie sollte Papier zum Einwickeln verwendet werden!

Kontakt

Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Orensteinstr. 10
56626 Andernach
Telefon: 02632 960-0